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Anrollern 2010 mit 3 Berichten von Yvonne, Christian und Hajo
„ANROLLERN“
am Sonntag, den 18. April fand endlich das lang herbei gesehnte „Anrollern“ statt.
Nachdem vor dem Stadtkirchturm ein hübsches Gruppenfoto entstanden ist, ging es dann zügig los.
Kurz nach Hungen trennten sich die Apen, 50er-Roller und die Freundes des langsameren Fahrens vom Rest und fuhren gemütlich auf dem direkten Wege nach Büdingen.
Die anderer folgten Thomas, über mir bislang unbekannt Orte wie Eichelsdorf und Eichesachsen, ebenfalls nach Büdingen.
In dem schönen Fachwerk-Städtchen vielen die zahlreichen und unterschiedlich bunt bemalten Frosch-Skulpturen an den Häuserfassaden ins Auge.
Nach einer kulinarischen Stärkung besuchten wir, das wirklich einmalige „50er-Jahre Museum“. Tatsächlich wirkt das Museum gar nicht wie ein lebloses Museum, sondern präsentiert sich mit einer vollständig eingerichteten 50er-Jahre herzeige - Wohnung. Von seinen Besuchern war oft zu hören: „das kenn ich von früher“ oder „das hatten wir früher auch zu Hause“.
Ich bin mir sicher, dass man mit einem Besuch längst nicht alles gesehen und erfahren hat.
„Erfahren“ ist auch ein gutes Stichwort, denn im Anschluss hieran folgte einen kleiner Abstecher nach Ortenberg. Hier gibt es nämlich ein Bistro, in dem einmal, sehr dekorativ, eine blaue Ape im Gastraum stand. Bei einem Cappuccino war leider zu erfahren, dass der hintere Ape-Teil einer Tresenverlängerung weichen musste und nur noch Platz für die Ape-Kabine übrig geblieben ist. Skandalös- wie ich finde.
Auch meine drei gelb-schwarzen Mitfahrer habe die Fahrt in vollen Zügen bei herrlichem Sonnenschein genossen ;-)
Nachdem wir ordentlich „angerollert“ haben, bin ich mal gespannt, wie es am 2.Mai weitergeht.
Viele Grüße
Yvonne
Panorama Anrollern 2010 am Kirchplatz in Gießen.
Klick auf das Bild und verschiebe mich!!!!!
Anrollern 18. April 2010
Am Sonntag – mit richtig viel Sonne – trafen sich 2- und 4-Takter mit zwei und drei Rädern auf dem Kirchplatz in Gießen um die Vespa-Saison offiziell zu eröffnen.
Ob mit 50 ccm oder 400 ccm, es waren viele alte und aktuelle Exemplare der Firma Piaggio dabei. Überwiegend Vespen, aber auch Ape`s unterschiedlicher Ausstattung, sowie 2 „Fremdfabrikate“ 1x Yamaha „Cyngus“ und ab Lich noch 3 Gäste auf 1 Cezeta 150 (aus der Tschechei) und eine „Roller Berlin“ aus der ehem. DDR.
Nachdem die choreographischen Schwierigkeiten der heimischen Presse in Bezug auf Lichteinfall, Schatten und Aufstellung der Fahrzeuge überwunden und die Fotos gemacht waren, startete der Konvoi über die Licher Straße (B 457) in Richtung Vogelsberg. Nicht alle Verkehrsteilnehmer die hinter uns waren hatten die Sonne im Herzen – aber das kennen wir ja.
Die kleinen Vespen und Apen verließen uns am Abzweig nach Langd um in Richtung Büdingen abzukürzen. Der Rest nahm mit Lust und Laune die Kurven der folgenden Landschaft unter die Räder und erreichte nach insgesamt ca. 80 km den Treffpunkt in der Mitte von Büdingen.
Hier wartete eine kleine Pizzeria auf uns und wer einen großen Teller bestellte, hatte etwas Probleme seine Ellenbogen nicht in den Teller des Nachbarn zu parken. Aber, es war gemütlich. Einige von uns nahmen die Gelegenheit war im 50-er Jahre Museum entweder in Erinnerung zu schwelgen oder völlig neue Eindrücke über die Wohnungseinrichtungen der Nachkriegszeit zu erlangen.
Der Rückweg führte uns nach Selters in das Cafe Piaggio, vollgestopft mit Teilen einer zerlegten Ape, Verkehrschildern, einer Parkuhr und allen möglichen Einzelteilen aus dem Vespen-Leben.
Nach Latte macchiato oder ähnlichen Getränken ging es dann gegen 16 Uhr auf den Weg zurück nach Hause.
So endete ein schöner Tag mit tollem Wetter und viel Spaß am gemeinsamen Hobby.
Ch. Kremp
Hallo alle Vespisti (und Heinkels natürlich auch)
Zum diesjährigen Anrollern hat uns der alte Herr dort oben mit reichlich Schönwetter bedacht und so konnte sich eine erkleckliche Anzahl (die Rede ist von über 20!) Roller, APEs und zwei Heinkels auf die Fahrt machen.
Natürlich – so hat sich der Verfasser sagen lassen –, ging das Gruppenfoto nicht ohne Komplikationen vonstatten, aber dann setzte sich der Lindwurm vom Kirchplatz doch in Bewegung und verließ Gießen in Richtung Hungen.
Hier stieß der Schreiber dieser Zeilen zum Troß und war fortan mit von der Partie. Hinter Hungen trennten sich die APEs und Sven mit seiner Zwiebacksäge, um die Strecke zum Ziel gemütlich direkt anzufahren. Wir anderen lenkten bei Langd links ein und knatterten „über die Dörfer“ und die grünende Flur durch den süd-westlichen Vogelsberg.
Langd, Ulfa – ein schöner Anblick nach Osten hin das Dörfchen Stornfels auf seiner Kuppe – und über den nächsten Bergrücken in Schlangenlinien ins Nidda-Tal nach Eichelsdorf. Schon hier war die Landkarte im Kopf bei so manchem Jungfuchs mit weißen Flecken übersät. Aber es kam noch besser: Die Bundesstraße gequert und durch lichten Wald und über weite Felder und Wiesen Glashütten passiert ging’s weiter in Richtung Hirzenhain.
Wer nicht immer nur des Vordermanns oder der Vorderfrau Hinterreifen im Blick hatte (man fuhr ja Kolonne!) und denselben auch mal schweifen ließ, konnte immer mal wieder einen grandiosen Ausblick auf diese schöne Landschaft erhaschen. Dunst am Horizont ließ auf ein Andauern des schönen Wetters schließen, die Fernsicht war aber eine imposante, und die Berge des Taunus waren im Hintergrund zu sehen. Davor die in allen Schattierungen grünen Hügelketten, die die Wetterau umschließen, auf denen Wiesen und blühende Obstbäume den Frühling ankündigten.
Die große Eisengießerei von Hirzenhain links liegenlassend fuhren wir weiter über Bindsachsen nach Kefenrod. Rechts ab nach Wolferborn und Rinderbügen (einst ein Ziel bei einer ähnlichen Ausfahrt, dort hielten wir Mittagsrast) ging die Tour weiter durch ein liebliches Bachtal endlich zum Ziel nach Büdingen.
Vor dem Mittagessen ein erstes Sammeln in der Vorstadt zur Zigarettenpause und Füße vetreten, bevor der Ruf erging: alles auf den Marktplatz zur dortigen Pizzeria!
Ein imposanter, jetzt „wiedervereinigte“ Corso zog sich, blaue Zweitaktwölkchen gelegentlich hinter sich lassend, durch die Vor- und Altstadt durchs Jerusalemtor schließlich auf den Marktplatz. Unter den wohlwollenden Blicken der vielen Passanten fand jedes Gefährt einen kommoden Parkplatz und die Pizzeria konnte „erstürmt“ werden.
Etwas eng bestuhlt, aber doch für jede/n ein Plätzchen bietend, stand einer leiblichen Stärkung nichts im Wege. Das Essen kam – für den herrschenden Betrieb – überraschend schnell und war lecker! Nach dieser Pause stand für viele noch ein Gang durch das nahe „50er-Jahre-Museum“ auf dem Programm.
Wer nach 1980 geboren wurde, wird sich gewundert haben über die Gerätschaften der Unterhaltungs-„Elektronik“ oder Küchenutensilien, ob der Nachtgewänder oder der Einrichtung eines typischen Wohnzimmers befremdet geguckt haben. Für uns Ältere waren viele der gezeigten Gegenstände durchaus noch üblich und in Gebrauch, wenn auch nur bei den Großeltern. Für so manchen ein hübscher „Flash back“!
Um noch einen „Absacker“ vor der Heimfahrt zu nehmen, kehrte der Troß noch im nur wenige Kilometer entfernten Ortenberg im Bistro Piaggio ein, wo es Heiß- und Kaltgetränke, aber leider keinen Kuchen gab – anyway.
Als Fazit bleibt zu ziehen, daß der „Bärtige“ wieder eine schöne Strecke ausgesucht hatte, die abwechslungsreich, nicht zu lang (aber auch nicht zu kurz) war – und allen wieder die schönen Seiten unserer mittelhessischen Landschaft und deren darin eingebetteten Dörfchen zeigte. Danke!
HaJo
Bilder aus dem 50er Jahre Museum